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Wird die IT-Mannschaft kleiner, wenn man auf Standard-Software setzt?

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„Wir sparen 30 % unserer IT-Personalkosten durch den Umstieg auf Standard-Software!“

Ein Satz, den ich regelmäßig von Beratern und Softwareanbietern höre. Doch stimmt die Gleichung Standard-Software = kleineres IT-Team wirklich?

Die Realität ist differenzierter:

Die Transformation von Individual- zu Standard-Software führt selten zu einer Verkleinerung, sondern fast immer zu einer UMSTRUKTURIERUNG der IT-Mannschaft:

  • Spezialisten für klassische Anwendungs-Programmierung werden weniger benötigt
  • Dafür entstehen neue Rollen in Konfiguration, Integration und Vendor Management
  • KI-gestützte Entwicklung verändert das Spiel: Sie beschleunigt sowohl Individualsoftware als auch die Erweiterung/Integration von Standardsoftware
  • No-/Low-Code-Plattformen ermöglichen Business-Teams, Anwendungen selbst zu bauen – IT ergänzend, nicht ersetzend
  • Strategische Architektur- und Steuerungskompetenz wird zentral

Studien von McKinsey zeigen:
Standard-Software reduziert den reinen Supportaufwand langfristig um 15–25 %, erfordert jedoch initial 10–20 % mehr Ressourcen vom gesamten Team für Change Management und Integration.

Meine Erfahrung:

Die Mannschaft wird auch nicht agiler – im Gegenteil. Standardlösungen können durch relativ starre Prozessvorgaben und längere Update-Zyklen Flexibilität einschränken.

Der Wertbeitrag verlagert sich: Von Entwicklung hin zu Business Enablement und Steuerung.

Der wahre Gewinn liegt nicht in der Reduktion von Köpfen, sondern in der Hebelung von Qualität, Skalierbarkeit und erprobten Best Practices. Doch das gelingt nur, wenn die Software wirklich zum Geschäftsmodell passt.

Und ob Standard-Software tatsächlich zu mehr Anpassungsfähigkeit führt? Oft ist das Gegenteil der Fall – bis KI und Low-Code neue Spielräume eröffnen.

Entscheidend bleibt: Die richtige Balance zwischen standardisierten Softwareprozessen und den differenzierenden Unternehmensprozessen zu finden.


Die Verwendung einer bestimmten Geschlechtsform in meinen Blogartikeln dient lediglich der sprachlichen Einfachheit und schließt keine Geschlechteridentitäten aus. Alle Genderrollen sind immer miteinbezogen.