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Legacy meets Future: Wie Österreich die 30%-Falle überwinden kann

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Am 24. September durfte ich beim itestra Business Breakfast in Wien über eine Herausforderung sprechen, die viele Unternehmen in Österreich beschäftigt: den enormen Anteil an technischen Schulden, der Innovationsbudgets auffrisst. Im Schnitt fließen 30 % der IT-Ausgaben in die Wartung von Altlasten – Kapital, das dringend für neue Technologien gebraucht würde .

Drei Blockaden, die sich gegenseitig verstärken

Wie meine Analyse zeigt, verstärken sich drei Faktoren zu einem Teufelskreis:

  • Legacy-Anker: 44 % der Firmen arbeiten mit veralteten Kernsystemen, die schwer veränderbar sind und rund 30 % des Budgets binden .
  • Talent-Kluft: Der Fachkräftemangel trifft Österreich hart – aktuell fehlen über 28.000 IT-Spezialisten, zwei Drittel der Unternehmen finden keine qualifizierten Mitarbeiter .
  • KI-Dilemma: Obwohl KI das BIP um bis zu 18 % steigern könnte, nutzen rund 80 % der Firmen sie nicht produktiv. Viele stecken in Pilotprojekten ohne Business-Nutzen fest .

Das Ergebnis: Stillstand statt Fortschritt.

Regulierung als Modernisierungstreiber

Gleichzeitig bieten die neuen Rahmenbedingungen durch DORA, EU AI Act und NIS2 eine Chance: Wer Compliance „by Design“ umsetzt, schafft nicht nur Rechtssicherheit, sondern modernisiert auch seine IT-Architektur . Investitionen in Resilienz lassen sich doppelt nutzen – für regulatorische Erfüllung und für mehr Innovationsfähigkeit.

Der Weg aus der Falle

Die Lösung liegt in einem klaren Modernisierungspfad:

  • Core vs. Context trennen: In differenzierende Systeme investieren, Standardprozesse standardisieren oder zukaufen .
  • Inkrementell modernisieren: Statt „Rip-and-Replace“ mit hohem Risiko empfiehlt sich ein schrittweises Entkoppeln von Legacy-Systemen – etwa mit dem Strangler-Pattern oder API-Layern .
  • 90-Tage-Pilot: Schon in drei Monaten lassen sich messbare Fortschritte erzielen – von verkürzten Release-Zyklen bis zu reduzierten Fehlerraten .

Chancen für Österreich

Anders als in Deutschland oder der Schweiz hat Österreich einen Vorteil: Überschaubarer Markt, schnellere Piloten, raschere Skalierung . Genau hier liegt die Chance, die 30%-Falle smarter zu überwinden – und Modernisierung als Standortvorteil zu nutzen.


Die Verwendung einer bestimmten Geschlechtsform in meinen Blogartikeln dient lediglich der sprachlichen Einfachheit und schließt keine Geschlechteridentitäten aus. Alle Genderrollen sind immer miteinbezogen.