Eine KI ist dort am nützlichsten, wo sie direkt im eigenen Wissen arbeitet. Bei mir ist das ein Obsidian-Vault, in dem alles als Markdown liegt.

Claude arbeitet dort auf Dateiebene. Die KI liest, schreibt und verknüpft dort, wo das Wissen liegt. Export und Kopieren entfallen, der Kontext bleibt erhalten.
Ein Beispiel aus dem Alltag. Meeting um 10:00, Transkript um 10:45. Um 11:00 liegt im Vault eine strukturierte Notiz mit offenen Punkten, Querverweisen zu laufenden Projekten und Bezug auf frühere Entscheidungen. Programmiert habe ich dafür nichts, der Kontext war schon da.
Ein weiteres Experiment betrifft E-Mails. Ich wähle relevante Mails im Mailprogramm aus, Claude klassifiziert sie, ordnet sie Projekten zu und legt sie samt den in Markdown umgewandelten Anhängen im Vault ab. Die Information landet dort, wo sie gebraucht wird.
Am meisten überrascht hat mich, woher der Nutzen kommt. Die KI wird mit besseren Daten deutlich nützlicher, mehr als mit besseren Prompts. Je mehr Struktur im Vault steckt, desto besser arbeitet sie damit.
Das Setup ist kein Hexenwerk. Obsidian dient als offene Plattform, Claude als KI-Schicht auf dem Dateisystem, dazu kommen eigene Skills für wiederkehrende Aufgaben und ein paar selbst geschriebene Python-Skripte. Die Daten bleiben lokal, Claude greift nur über definierte Pfade und Regeln darauf zu.
„Befreit eure Inhalte“ sage ich seit 25 Jahren. Offene Formate und KI erreichen zusammen etwas, das geschlossene Komplettlösungen strukturell kaum leisten können. Das eigene Wissen gehört einem selbst, erst recht in Zeiten von KI.